Bergzaberner Buch-Nach-Lese

Meine letzte Lesung dank den lieben Freunden Brigitte und Étienne!

Ronald Euler aus Sarre-Union setzte im Haus der Familie einen atemberaubenden Schlusspunkt an das Ende der diesjährigen BuchLese. Die schlicht als Mundartlesung angekündigte Veranstaltung entwickelte sich zu einem unerwarteten Ein-Mann-Schauspiel.

Euler stellte sich bescheiden als Mensch vor. Seiner Muttersprache, dem lothringischen Rheinfränkisch, entspringen die Worte, mit denen er sein Leben, seine Gedanken und Beobachtungen beschreibt: Alltagsrassismus, Umweltprobleme und Glücksmomente. Und die haben nichts mit biederer Folklore zu tun. Ausdrucksstark war seine Darbietung, wenn er frei rezitierend, mit eindringlicher Mimik und Gestik vor dem gebannten Publikum stand, um zum Beispiel vom Blechschmied zu berichten, der mit jedem Hammerschlag seine Kriegserinnerungen übertönen will.

Die Zuhörer verstanden Eulers Poesie, ohne jedes Wort zu verstehen. Dabei dürften nur die wenigsten des „Francique“ mächtig gewesen sein, auch wenn die „Pälzer“ einen deutlichen Vorteil gegenüber den Zugezogenen hatten. Es wurde gelacht aber auch betroffen geschwiegen. Dem begeisterten Schlussapplaus folgten noch lebhafte Gespräche mit dem Autoren und den Besuchern untereinander. Nach so einem Abend kann man schon auf die nächste BuchLese gespannt sein! 

© SD, 27. Oktober 2023.

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